07/2/2011
Birgit Prinz ist der Inbegriff deutschen Frauenfußballs. Viele Sportfans, die eher weniger mit Frauenfußball zu tun haben, kennen die deutsche Ausnahmestürmerin. 17 Jahre lang ist sie eines der, wenn nicht sogar das Aushängeschild ihrer Sportart. Vieles projiziert sich nur auf sie. Doch gerade in diesen Tagen, wo sie ihrer Karriere das i-Tüpfelchen verpassen will, beginnt ihr Denkmal zu bröckeln.
Es sollte das Highlight ihrer Karriere werden. Als Kapitänin den dritten Weltmeisterschaftstitel in Serie feiern. Im eigenen Land. Als Anführerin und Torschützin. Doch bereits nach zwei Spielen, muss sie harten Gegenwind verkraften. Ungewohnt raue See. Eine Gemütslage, die sie bisher wohl noch nicht ertragen musste.
Zu alt sei sie, zu langsam, zu wenig hilfreich für die Mannschaft. Die Presse nimmt kein Blatt vor den Mund. All Jene, die sie jahrelang zur deutschen Fußballerin des Jahres gewählt haben, packen nun die Knüppel raus. Weil sie vielleicht erst jetzt durch die räumliche Nähe zur Heim-WM 2011 sehen, wo sie steht.
Bereits vor Jahren hatte ich einen Bericht gelesen, in dem es darum geht, wie die Wahl zur Fußballerin des Jahres vonstatten ging. Einige “wahlberechtigte” Journalisten riefen entweder bei einem Kollegen an, der sich vermeintlich mit dem Sport auskennt oder setzten direkt ihr Kreuz bei Prinz. Weil sie die anderen Namen nicht kannten oder sich einfach nicht länger damit beschäftigen wollten.
Das soll die Leistung von Birgit Prinz keinesfalls schmälern. Meistens hat sie die Wahl durchaus zu recht gewonnen. Wenn auch nicht immer mit der großen Mehrheit, aber doch verdient. Nur zeigt es auch das Dilemma des Sports, das immer noch um Aufmerksamkeit kämpft. Beachtung, die es jetzt bekommt und die dadurch in das Gegenteil umschlägt, wie im Fall Prinz. Read the rest of this post »